Webtalk: „Wessen Raum? Machtkritik, Intersektionalität und professionelle Haltung in der Kinder- und Jugendarbeit“ (DGS)

3. September 2026, 11:00 - 13:00 Uhr

Wessen Raum ist der pädagogische Raum? Wessen Wissen gilt als relevant, wessen Erfahrungen finden Platz und wessen Perspektiven bleiben unsichtbar? Diese Fragen berühren zentrale Herausforderungen in der Kinder- und Jugendarbeit. Sie machen sichtbar, wie Machtverhältnisse, Ausschlüsse und gesellschaftliche Ungleichheiten auch in pädagogischen Kontexten wirksam werden.

Der Webtalk eröffnet einen machtkritischen Blick auf professionelle Haltung, Zielgruppen und pädagogische Praxis. Im Mittelpunkt steht Intersektionalität als Perspektive, um das Zusammenwirken unterschiedlicher Diskriminierungsformen zu verstehen, etwa in Bezug auf Rassismus, Geschlecht, Sexualität, Klasse oder weitere Diskriminierungsmechanismen.
Dabei geht es darum, wie Fachkräfte ihre eigene Rolle reflektieren, Leerstellen erkennen und pädagogische Räume diskriminierungskritischer gestalten können. Der Webtalk gibt fachliche Grundlagen zu Intersektionalität sowie Impulse, um die eigene machtkritische Haltung und Zielgruppen zu reflektieren. Weiterhin gibt es Raum für Austausch, um eigene Erfahrungen, Unsicherheiten und Handlungsmöglichkeiten zu teilen.

Referent*innen: 

Nabila Badirou (-/sie) moderiert, begleitet Prozesse und referiert zu Themen macht- und diskriminierungskritischer Bildung. Sie arbeitet seit über zehn Jahren freiberuflich und bundesweit mit Jugendlichen ebenso wie mit Multiplikator*innen und Organisationen. Inhaltliche Schwerpunkte sind Rassismuskritik, Gender und Sexualität, (künstlerisches) Empowerment und Intersektionalität. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Verstärker der Bundeszentrale für politische Bildung hat Nabila die Qualifizierungsreihe machtkritisch überarbeitet und anschließend zwei einjährige Durchgänge in Prozessbegleitung und Moderation gestaltet.

Angestellt verantwortet Nabila derzeit die pädagogische Leitung des BDP-Mädchen_kulturhauses in Bremen, einer queerfeministischen Einrichtung offener Kinder- und Jugendarbeit. Zuvor war Nabila am Landesinstitut für Schule Bremen als Referent_in in der Suchtprävention und Gesundheitsförderung der Abteilung Schulentwicklung tätig und leitete dort unter anderem das lebenskompetenz- und empowermentorientierte Projekt „Take Care! Strategien fürs Leben“.

Nabila publiziert fachlich und literarisch, unter anderem in der Zeitschrift „Außerschulische Bildung“ und im Sammelband „Texte nach Hanau“. Neben der pädagogischen Arbeit ist Nabila auch künstlerisch tätig, vor allem in keramischen Arbeiten, die Diskriminierungserfahrungen und Körper verhandeln. Studiert hat Nabila in Bremen Kunst-Medien-Ästhetische Bildung, Germanistik und Erziehungs- und Bildungswissenschaften.

Dorsa Amirpur (sie/ihr) lebt in Hamburg und arbeitet bundesweit als freie Referentin, Trainerin und Beraterin in der politischen Bildung. Seit 2019 entwickelt sie Bildungsformate und Konzepte und begleitet Prozesse mit jungen Menschen, Multiplikator*innen, Organisationen und öffentlichen Einrichtungen. Ihre Themenschwerpunkte liegen in machtkritischer und intersektionaler Bildungsarbeit, Awareness, Empowerment sowie sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.

Im Mittelpunkt steht, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse, Diskriminierungsformen und unterschiedliche Lebensrealitäten in Bildungs-, Organisations- und Veranstaltungskontexten wirksam werden. In Workshops, rassismuskritischen Öffnungsprozessen sowie in der Awareness-Konzeption und -Begleitung entwickelt sie gemeinsam mit Gruppen Ansätze, um Machtstrukturen in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld zu erkennen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Praxis abzuleiten. Dabei legt sie Wert auf zugängliche Sprache und erfahrungsbezogene Reflexion. Ziel ist es, Ausschlüsse zu benennen und Veränderungen im jeweiligen Kontext möglich zu machen.

Dorsa ist im Netzwerk Verstärker der Bundeszentrale für politische Bildung aktiv. Dort gestaltet sie Netzwerktreffen mit, führt Aktionsformate für Jugendliche und junge Erwachsene durch und entwickelt Methodenworkshops für Fachkräfte. Als Community Organizerin bei QTIBI_POC Hamburg schafft sie geschütztere Begegnungs- und Austauschräume für queere, trans, inter* und Bi_PoC. Sie hat Soziologie und Iranistik studiert und eine Trainerinausbildung in der politischen Bildung mit Schwerpunkten in Moderation, Gruppenanleitung und Konfliktmanagement absolviert.

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